„Ihre Rufnummer wird deaktiviert“: So erkennst du die Betrugs-SMS

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Eine SMS, die behauptet, deine Rufnummer werde deaktiviert, und dir einen Link „für weitere Nutzung“ schickt, nennt die Verbraucherzentrale einen offensichtlichen Betrugsversuch. Die Warnung dazu hat den Stand 7. März 2024, die SMS wurde ihr Anfang Dezember 2023 gemeldet. Tipp nicht auf den Link. Willst du wissen, ob mit deinem Anschluss etwas nicht stimmt, ruf laut Verbraucherzentrale deinen Mobilfunkanbieter über die Service-Hotline an.

Kurze Antwort

Die Verbraucherzentrale nennt die SMS „Ihre Rufnummer wird deaktiviert“ einen offensichtlichen Betrugsversuch, weil der Link nicht auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters führt. Tipp den Link nicht an, antworte nicht und lösch die SMS. Die Service-Hotline deines Anbieters findest du laut Verbraucherzentrale auf einer deiner Rechnungen oder in den Kontakten deines Handys.

Wie sieht die SMS aus?

Die Verbraucherzentrale beschreibt die Masche auf ihrer Seite zu Betrugsversuchen per SMS und Mail (Stand: 7. März 2024). Ihr wurde Anfang Dezember 2023 diese SMS gemeldet:

„Lieber Kunde, Ihre Rufnummer wird deaktiviert. Für weitere Nutzung klicken Sie hier: Link“

Ein zweites Beispiel von Mitte Januar 2024 gibt sich als o2 aus und behauptet, die SIM-Karte laufe am selben Tag ab, mit einem Link zum „Verlängern“. Die Verbraucherzentrale ordnet beide als Betrugsversuch ein.

Die Verbraucherzentrale warnt auf dieser Seite vor Smishing: Mit falschen Nachrichten per SMS und E-Mail wollen Kriminelle Kasse machen oder schädliche Apps verteilen.

Woran erkenne ich, dass sie nicht von meinem Anbieter kommt?

Am Link. Laut Verbraucherzentrale führt der Link in der Deaktivierungs-SMS nicht auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters.

Auch der angezeigte Absender kann falsch sein. Bei gefälschten Mailbox-SMS, die die Verbraucherzentrale auf derselben Seite beschreibt, wird als Absender zum Beispiel „Vodafone“ angezeigt, die Nachricht kommt aber nicht von dort.

Die Grundregel der Verbraucherzentrale für verdächtige SMS: Prüf, ob die echten Firmen solche Aussagen machen, und tipp nicht auf den Link. Hast du die App deines Anbieters installiert, schau dort nach. Laut Verbraucherzentrale sollte eine solche Nachricht dort ebenfalls auftauchen.

Die Bundesnetzagentur rät in ihren Tipps zu nicht verlangten SMS: Gib keine persönlichen Daten über Links in SMS oder E-Mails an, es sei denn, du hast den Absender verifiziert, und prüf immer, ob die Adressen mit den offiziellen Webseiten übereinstimmen.

Was soll ich tun, wenn ich die SMS bekomme?

Nichts antippen. Dann selbst prüfen, über Wege, die du kennst.

  1. Tipp den Link nicht an. Die Verbraucherzentrale rät, generell keine Links unbekannter SMS zu öffnen.
  2. Antworte nicht und lösch die SMS. Laut Verbraucherzentrale zeigt jede andere Reaktion, dass die Handynummer aktiv genutzt wird.
  3. Ruf deinen Anbieter selbst an. Die Service-Hotline steht laut Verbraucherzentrale zum Beispiel auf einer deiner Rechnungen oder ist auf der SIM-Karte in den Kontakten deines Handys gespeichert.
  4. Richte eine Drittanbietersperre ein, falls du noch keine hast. Das rät die Verbraucherzentrale beim Mobilfunkanbieter.
  5. Erwarte nicht zu viel vom Sperren des Absenders. Die Verbraucherzentrale sagt, die Nummer des Absenders kann gesperrt werden, das schützt aber nicht vor weiteren ähnlichen Nachrichten, weil die Nummern ständig wechseln.

Auf Android rät die Verbraucherzentrale, die Installation von Apps aus unbekannten Quellen zu verbieten: In den Einstellungen nach „unbekannt“ suchen, den Eintrag „Unbekannte Apps installieren“ antippen und die Installation dort verbieten. Je nach Android-Version geht das generell oder für einzelne Apps. Beim iPhone sind laut Verbraucherzentrale nur Installationen aus Apples App Store und aus anderen Stores möglich, die nur vorab geprüfte Apps anbieten dürfen.

Erlaub keine Installation einer neuen App. Hast du schon eine installiert, sind das die Schritte der Verbraucherzentrale:

  1. Flugmodus an, damit die schädliche App keine weiteren Daten über das Internet senden kann.
  2. Beweise sichern, zum Beispiel mit Bildschirmfotos, und Anzeige bei der Polizei erstatten. Du kannst auch mit dem Smartphone zur nächsten Polizeiwache gehen, damit dort Beweise gesichert werden.
  3. Die App entfernen. Starte das Smartphone im abgesicherten Modus neu und such nach kürzlich installierten und unbekannten Apps. Im schlimmsten Fall hilft laut Verbraucherzentrale nur ein Zurücksetzen auf den Auslieferungszustand.
  4. Deinen Anbieter informieren und dir einen Kostennachweis über möglicherweise verschickte SMS erstellen lassen.

Laut Verbraucherzentrale solltest du auch die Bundesnetzagentur über solche Schadsoftware informieren. Sind dir Kosten entstanden, könnte nach ihren Angaben eine Hausratversicherung dafür aufkommen. Einige solche Verträge enthalten Schutz vor Schäden durch Phishing. Schau im Zweifel in die Bedingungen.

Wo melde ich die SMS in Deutschland?

Bei der Polizei. Die Verbraucherzentrale rät zur Anzeige, wenn du den Link geöffnet und eine App installiert hast (siehe oben). Laut Polizeilicher Kriminalprävention der Länder und des Bundes kannst du jeden Sachverhalt anzeigen, von dem du denkst, dass er eine Straftat darstellt, und zwar bei jeder Polizeidienststelle, persönlich oder schriftlich, per E-Mail, Fax, Brief oder online. Nicht jede dieser Varianten ist in jedem Bundesland möglich. Die Strafanzeige ist kostenlos.

Bei der Bundesnetzagentur. Auf ihrer Seite zu nicht verlangten SMS bietet sie ein Beschwerdeformular an. Anhand der Beschwerde prüft sie Verstöße und kann Maßnahmen ergreifen, etwa die Abschaltung von Rufnummern anordnen, so dass die Nummer technisch nicht mehr erreichbar ist. Bußgelder für unerwünschte Nachrichten per SMS oder Messenger sind laut Bundesnetzagentur gesetzlich nicht vorgesehen.

Was ist mit anderen Betrugs-SMS und Phishing-Mails?

Die Bundesnetzagentur nennt als weitere häufige Beispiele SMS im Namen bekannter Banken oder Paketdienste, deren Seiten zur Eingabe persönlicher Daten auffordern. Unser Guide Phishing-Mail mit „Sicherheitsupdate“ behandelt gefälschte Warnungen, dein Konto oder Gerät brauche dringend etwas, und iPhone Duo Betrug geht auf Paket-SMS ein.

Weitere Fragen

Ist die SMS „Ihre Rufnummer wird deaktiviert“ echt?

Die Verbraucherzentrale nennt sie einen offensichtlichen Betrugsversuch, weil der Link nicht auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters führt. Tipp den Link nicht an und frag bei deinem Anbieter über die Service-Hotline nach, die auf deiner Rechnung steht.

Was passiert, wenn ich auf den Link getippt habe?

Laut Verbraucherzentrale sollst du dann keiner Installation einer neuen App zustimmen. Hast du eine installiert: Flugmodus an, Beweise sichern, Anzeige erstatten, die App im abgesicherten Modus entfernen und deinen Anbieter informieren.

Hilft es, die Nummer des Absenders zu blockieren?

Wenig. Die Verbraucherzentrale sagt, du kannst die Nummer sperren, das schützt aber nicht vor weiteren ähnlichen Nachrichten, weil die Nummern ständig wechseln. Sie rät, auf die SMS nicht zu antworten und sie zu löschen.

Wie finde ich die echte Nummer meines Anbieters?

Laut Verbraucherzentrale steht die Service-Hotline zum Beispiel auf einer deiner Rechnungen oder ist auf der SIM-Karte in den Kontakten deines Handys gespeichert. Hast du die App deines Anbieters, schau dort nach, ob es eine solche Nachricht gibt.

Kann die Bundesnetzagentur Rufnummern abschalten lassen?

Ja. Die Bundesnetzagentur schreibt, dass sie anhand von Beschwerden Verstöße prüft und unter anderem die Abschaltung von Rufnummern anordnen kann, so dass die Nummer technisch nicht mehr erreichbar ist.

Quellen