Ein Kollege war an deinem Computer: Was jetzt?
Glaubst du, dass ein Kollege oder eine Kollegin an deinem Laptop war, prüf, was du prüfen kannst, schreib auf, was dir aufgefallen ist und wann, und meld es über die IT oder die Personalabteilung, statt die Person zur Rede zu stellen. Dann änderst du deine Passwörter, beendest Sitzungen, die du nicht kennst, und sperrst den Bildschirm jedes Mal, wenn du den Platz verlässt.
Kurze Antwort
Notier Datum, Uhrzeit, wie lange du weg warst und was anders aussah. Räum vorher nichts auf. Prüf den Laptop und deine Konten auf Aktivitäten, die du nicht kennst, und sag der IT Bescheid, bei einem Verhalten auch der Personalabteilung. Ändere dein Mac- oder Windows-Passwort und deine Kontopasswörter, beende fremde Sitzungen und sperr den Bildschirm, sobald du aufstehst.
Was prüfst du zuerst?
Fang mit dem an, was du in ein paar Minuten prüfen kannst, ohne etwas zu verändern. Der Laptop speichert einiges über zuletzt geöffnete Dateien, Apps und Anmeldungen, und deine Online-Konten führen eigene Listen. Die Schritte dafür stehen auf eigenen Seiten, deshalb wiederholen wir sie hier nicht:
- Zuletzt geöffnete Dateien, Apps und Browserverlauf: siehe how to tell if someone used your laptop (Englisch).
- Anmeldungen unter Windows und auf dem Mac: siehe how to see who logged into your computer (Englisch).
- Dein Apple Account: Wähle auf dem Mac im Apple-Menü die Option „Systemeinstellungen“, klicke auf deinen Namen und scrolle nach unten zur Liste der Geräte. Laut Apple kannst du ein Gerät, das du nicht erkennst, aus der Liste löschen, mit „Vom Account entfernen“.
Eins solltest du wissen. War der Laptop entsperrt, war die Person schon als du angemeldet. Ein Anmeldeprotokoll zeigt dann womöglich nichts Neues. Das ist normal und heißt nicht, dass nichts passiert ist.
Wie hältst du fest, was passiert ist?
Schreib eine kurze, sachliche Notiz, solange alles frisch ist. Du brauchst sie vielleicht für die IT, für die Personalabteilung oder später für eine Beschwerde, und wer sich das ansieht, will Daten und Einzelheiten, keine Eindrücke.
- Notier das Datum und ungefähr, wann du den Platz verlassen hast und wann du zurück warst.
- Schreib genau auf, was dir aufgefallen ist: eine Datei offen, die du geschlossen hattest, ein Browser-Tab, den du nicht geöffnet hast, eine Nachricht, die als gelesen markiert ist.
- Lass den Laptop, wie er ist. Wer den Verlauf löscht oder Fenster schließt, kann genau die Spuren entfernen, die die IT sich ansehen würde.
- Heb Kopien von E-Mails oder Nachrichten dazu auf.
Beschreib, was du gesehen hast, nicht, wen du verdächtigst. Geht es weiter, zählen die Fakten mehr als der Verdacht.
Wem meldest du es?
Bei einem Dienstlaptop sagst du zuerst der IT Bescheid. Der Laptop gehört deinem Arbeitgeber, und die IT hat Werkzeuge und Protokolle, die du nicht hast. Geht es darum, wie sich jemand verhalten hat, ist die Personalabteilung oder deine Führungskraft die richtige Stelle. Gibt es einen Betriebsrat, kannst du nach § 84 des Betriebsverfassungsgesetzes ein Mitglied zur Unterstützung hinzuziehen, wenn du dich beschwerst.
Es gibt auch Wege außerhalb des Betriebs, über die Datenschutzbehörde und die Polizei. Kollegen melden, der an deinem Laptop oder Handy war erklärt jeden Weg und wann er passt.
Wie sicherst du den Laptop danach?
Ändere die Passwörter, die jemand gesehen oder benutzt haben könnte, und sorg dafür, dass niemand irgendwo noch angemeldet ist. Die Schritte 2 bis 4 nennt das BSI für ein gehacktes E-Mail-Konto.
- Ändere dein Mac-Anmeldepasswort: Wähle Menü „Apple“ > „Systemeinstellungen“, klicke in der Seitenleiste auf „Benutzer:innen & Gruppen“, klicke neben deinem Benutzernamen auf das Infosymbol und dann auf „Ändern“. Bei einem Dienst-Mac frag vorher die IT.
- Ändere das Passwort jedes Kontos, das geöffnet worden sein könnte. Das BSI rät außerdem, die Passwörter aller weiteren Konten zu ändern, für die du dasselbe Passwort nutzt, und ab jetzt für jeden Account ein eigenes zu vergeben.
- Beende alle aktiven Sitzungen. Laut BSI kannst du das meist in den Einstellungen mit einem Klick tun; beim erneuten Öffnen muss dann auf jedem Gerät das neue Passwort eingegeben werden.
- Prüf, ob Einstellungen verändert wurden. Kritisch wären laut BSI etwa automatische Weiterleitungen an fremde E-Mail-Adressen oder eine geänderte Telefonnummer für die Wiederherstellung.
Am Dienstlaptop selbst überlässt du die Geräteeinstellungen der IT. Das BSI rät Beschäftigten außerdem, nur die offiziell von der IT-Abteilung freigegebene Software auf ihren Arbeitsgeräten zu nutzen.
Wie verhinderst du, dass es wieder passiert?
Sperr den Bildschirm jedes Mal, wenn du aufstehst: Ctrl-Befehlstaste-Q auf dem Mac, Windows-Taste + L unter Windows. Das BSI rät, den Zugriff auf das Gerät zu sperren, sobald du deinen Arbeitsplatz verlässt, auch wenn es nur eine kurze Abwesenheit von wenigen Minuten ist. Automatische Sperre und aktive Ecken stehen in how to lock your Mac screen (Englisch), Gewohnheiten am Schreibtisch in leaving your laptop at work or in a library (Englisch).
Ist das strafbar?
Ob ein bestimmter Fall eine Straftat ist, hängt von den Umständen ab. Deshalb ist es richtig, es zu melden und andere genau hinsehen zu lassen. Den Wortlaut des Gesetzes erklärt Ist es in Deutschland strafbar, an einen fremden Computer zu gehen?. Wie oft so etwas vorkommt, steht in Wie oft gehen Kollegen an fremde Geräte?.
Wo Failshot passt
Dein Passwort ist die erste Ebene. Failshot ist die zweite: ein Foto von der Person, die deinen Mac entsperrt, während du nicht am Platz bist.
Ist Failshot eingeschaltet, fotografiert es die Person, die deinen Mac entsperrt, nimmt mit Pro danach ein 5-Sekunden-Video auf, und sein Fenster sagt der Person, dass die Entsperrung fotografiert wurde. Schalte mit Pro Benachrichtigungen ein, und Failshot schickt dir eine E-Mail zu einer Entsperrung, die du nicht als deine bestätigst, mit dem Foto und der Uhrzeit. Zum Ausschalten oder Beenden über sein Menü braucht es Touch ID oder deine Failshot-PIN und deine Antwort, nie dein Mac-Passwort.
Failshot ist für einen Mac, der dir gehört oder den du verwalten darfst, mit macOS 14 oder neuer. Kostenloser Download. Kostenlos nutzbar. Pro fügt Video, E-Mail-Warnungen und den verschlüsselten Tresor hinzu. Pro kannst du 7 Tage kostenlos testen. Deine Karte wird bei der Anmeldung hinterlegt und am 8. Tag belastet, wenn du nicht vorher kündigst. Der Test läuft über failshot.app, für den Mac. Die App ist auf Englisch. Versionen für iPhone, Android und Windows folgen bald.
Weitere Fragen
Soll ich die Person zur Rede stellen?
Meist ist es besser, es zu melden, statt jemanden zur Rede zu stellen. Schreib auf, was dir aufgefallen ist, und gib es der IT oder der Personalabteilung, die Protokolle sehen können, die du nicht siehst. Eine ruhige, sachliche Meldung hält den Blick auf dem, was passiert ist, statt auf einem Streit.
Zeigt das Anmeldeprotokoll, wer an meinem Laptop war?
Nicht, wenn er schon entsperrt war. Wer an einem entsperrten Laptop arbeitet, arbeitet als du, es gibt also keine neue Anmeldung. Anmeldeprotokolle helfen, wenn sich jemand selbst angemeldet hat. Zuletzt geöffnete Dateien und der Browserverlauf sagen oft mehr.
Kann die IT herausfinden, was passiert ist?
Oft sieht sie mehr als du. Laut Microsoft kann eine Organisation auf einem unternehmenseigenen Windows-Gerät, das sie mit Intune verwaltet, unter anderem Dateipfade, Dateinamen und Ereignisprotokolleinträge abfragen. Was möglich ist, hängt davon ab, wie dein Arbeitgeber seine Geräte verwaltet. Frag die IT, was sie prüfen kann.
Kann ich Failshot auf meinem Arbeits-Mac installieren?
Nur mit Zustimmung deines Arbeitgebers. Es ist sein Gerät, und er ist nach dem Datenschutzrecht für jede Überwachung darauf verantwortlich. Bei Failshot heißt das auch, dass er den Organisationsbedingungen von Failshot (Organisation Terms) zugestimmt und alle, die den Laptop nutzen, informiert hat, bevor Failshot eingeschaltet wird.
Quellen
- IT-Sicherheit am Arbeitsplatz, BSI
- Notfallplan gehacktes E-Mail-Konto, Hilfe für Betroffene, BSI
- § 84 BetrVG, Beschwerderecht, gesetze-im-internet.de
- Ändern des Anmeldepassworts auf dem Mac, Apple Support (DE)
- Geräte überprüfen, die bei deinem Apple Account angemeldet sind, Apple Support (DE)
- Mac-Shortcuts (Tastaturkurzbefehle), Apple Support (DE)
- Tastenkombinationen in Windows, Microsoft Support (DE)
- Welche Informationen kann Ihre Organisation sehen, wenn Sie Ihr Gerät registrieren?, Microsoft Learn (DE)