Wie oft gehen Kollegen an fremde Geräte? Die Zahlen

MacAktualisiert

In einer Umfrage von 2025 unter 1.000 Büroangestellten in Irland gaben 30 % an, in den vergangenen 12 Monaten versucht zu haben, ohne Erlaubnis auf das Gerät eines Kollegen oder einer Kollegin zuzugreifen. Das ist die direkteste Zahl, die wir finden konnten, und sie stammt nicht aus Deutschland. Für Deutschland gibt es eine Zahl zu Beschäftigten als Täter bei Datendiebstahl, Spionage und Sabotage.

Kurze Antwort

Die klarste Zahl kommt von IT.ie und SonicWall: In einer im August 2025 veröffentlichten Umfrage sagten 30 % von 1.000 Büroangestellten in Irland, sie hätten in den letzten 12 Monaten versucht, ohne Erlaubnis auf das Gerät eines Kollegen zuzugreifen. Für Deutschland meldet Bitkom 2026: 19 % der betroffenen Unternehmen nannten vorsätzlich handelnde (ehemalige) Beschäftigte als Täter. Diese Zahl misst nicht, wie oft Kollegen an fremde Geräte gehen.

Wie viele Büroangestellte sagen, sie hätten es versucht?

Am direktesten hat eine Umfrage von Censuswide gefragt, im Auftrag von IT.ie, einem irischen IT-Dienstleister, und SonicWall, einem Unternehmen für Cybersicherheit. Die Pressemitteilung von IT.ie ist auf den 20. August 2025 datiert. Censuswide befragte 1.000 Büroangestellte in der Republik Irland ab 18 Jahren.

Zwei Zahlen zählen hier, und beide beruhen auf Selbstauskunft:

  1. 30 % der Büroangestellten gaben zu, „that they have tried to gain access to a colleague's device without their permission in the last 12 months“, also versucht zu haben, ohne Erlaubnis auf das Gerät eines Kollegen zuzugreifen.
  2. 35 % sagten, sie hätten auf einem Computersystem der Arbeit aktiv nach privaten Informationen über Kollegen, Kunden oder Kundinnen gesucht, etwa nach Alter, Gehalt, Lebenslauf oder Privatadresse.

Die zweite Zahl betrifft Systeme der Arbeit, nicht den eigenen Laptop oder das Handy eines Kollegen, und sie schließt Kunden mit ein.

Die Mitteilung sagt nicht, ob die Versuche gelungen sind oder warum die Leute es versucht haben.

Was zeigt die Zahl aus Deutschland?

Bitkom, der Digitalverband, veröffentlicht jedes Jahr eine Studie zum Wirtschaftsschutz. Für die Ausgabe 2026 befragte Bitkom Research 1.003 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 1 Mio. Euro, telefonisch, in den Kalenderwochen 16 bis 23 des Jahres 2026. Geantwortet haben Führungskräfte, die für den Wirtschaftsschutz verantwortlich sind, vor allem aus der IT.

Gefragt wurden die Unternehmen, die in den letzten 12 Monaten von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren (671 Unternehmen), von welchem Täterkreis die Handlungen ausgingen. Mehrfachnennungen waren möglich.

  • 23 % nannten unabsichtlich handelnde (ehemalige) Beschäftigte (2025: 25 %).
  • 19 % nannten vorsätzlich handelnde (ehemalige) Beschäftigte (2025: 23 %).

Das ist keine Umfrage unter Beschäftigten und keine Zahl zu Kollegen an fremden Laptops. Es sind Unternehmen, die über Täter bei Datendiebstahl, Spionage und Sabotage berichten, und „Beschäftigte“ schließt ehemalige mit ein.

Was sagen IT-Sicherheitsteams?

Eine Umfrage von Dimensional Research für One Identity, einen Anbieter für Identitäts- und Zugriffsverwaltung, befragte 913 IT-Sicherheitsfachleute in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien, Singapur und Hongkong. One Identity veröffentlichte sie am 17. Oktober 2017. Eine eigene Zahl für Deutschland nennt die Mitteilung nicht.

Laut der Mitteilung berichten 92 % der Befragten, dass Beschäftigte in ihrer Organisation versuchen, auf Informationen zuzugreifen, die sie für ihre tägliche Arbeit nicht brauchen, und 23 % sagten, das passiere häufig.

Hier beschreiben IT-Leute das Verhalten anderer, nicht Beschäftigte ihr eigenes. Und die Frage betraf Informationen auf Firmensystemen, nicht den Computer oder das Handy eines Kollegen.

Ist ein Blick auf den Bildschirm dasselbe?

Nein. Wer auf einen Bildschirm schaut, ist noch nicht im Gerät. HP veröffentlichte am 21. Oktober 2019 eine Umfrage unter rund 3.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern und 1.500 Büroangestellten in Kanada, Großbritannien und den USA. Laut den US-Ergebnissen schauen 73 % der Büroangestellten auf die PC- oder Handybildschirme ihrer Kollegen.

Auch das ist Selbstauskunft und betrifft das Hinsehen, nicht das Anfassen. Wie du deinen Bildschirm schützt, steht in Shoulder Surfing am Arbeitsplatz.

Wie verbreitet ist es, fremde Handys zu durchsuchen?

Zwei Studien betreffen Menschen allgemein, nicht den Arbeitsplatz. Keine davon handelt von Kollegen, und beide stammen aus den USA.

Eine Arbeit von Marques und Kollegen, vorgestellt 2016 beim USENIX Symposium on Usable Privacy and Security (SOUPS), nutzte ein Listenexperiment: Die Teilnehmenden sagen, wie viele Aussagen einer Liste auf sie zutreffen, aber nicht welche. Teilgenommen haben 1.381 online angeworbene Personen in den USA. Geschätzt wurde, dass 31 % in den 12 Monaten vor der Befragung „looked through someone else's phone without permission“, also ohne Erlaubnis das Handy einer anderen Person durchgesehen hatten. Auf die erwachsene US-Bevölkerung gewichtet lag die Schätzung bei 20 %.

Secure Data Recovery, ein US-Unternehmen für Datenrettung, veröffentlichte am 24. April 2023 eine Umfrage unter 1.003 Personen in den USA. Danach haben 82 % schon einmal im Gerät einer anderen Person geschnüffelt. Das ist Selbstauskunft, über das ganze Leben, und betrifft jedes Gerät, nicht nur bei der Arbeit.

Was sagen die Zahlen zusammen?

Sie messen nicht dasselbe. Eine Umfrage fragte Büroangestellte in Irland nach Geräten von Kollegen. Eine fragte deutsche Unternehmen nach Tätern bei Datendiebstahl und Sabotage. Eine fragte IT-Teams nach Firmendaten, eine nach Bildschirmen, und zwei fragten Menschen in den USA allgemein nach fremden Handys und Geräten.

In der einen Umfrage, die direkt danach fragte, sagte knapp ein Drittel der Büroangestellten in Irland, sie hätten innerhalb eines Jahres versucht, an das Gerät eines Kollegen zu kommen. Eine gleichwertige Zahl für Deutschland haben wir nicht gefunden.

Was sagt das Recht, und wie geht es weiter?

Diese Seite gehört zu einer Reihe. Jede Seite beantwortet eine Frage:

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Weitere Fragen

Wie viele Büroangestellte schnüffeln bei Kollegen?

Die direkteste Zahl kommt aus Irland: In einer Censuswide-Umfrage von 2025 für IT.ie und SonicWall sagten 30 % von 1.000 Büroangestellten, sie hätten in den letzten 12 Monaten versucht, ohne Erlaubnis auf das Gerät eines Kollegen zuzugreifen.

Gibt es eine Zahl für Deutschland?

Bitkom meldet für 2026: Von 671 Unternehmen, die von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren, nannten 19 % vorsätzlich und 23 % unabsichtlich handelnde (ehemalige) Beschäftigte als Täter. Eine Umfrage unter Beschäftigten zu Geräten von Kollegen haben wir für Deutschland nicht gefunden.

Beruhen die Zahlen auf Selbstauskunft?

Drei der sechs. Die Zahlen von IT.ie und SonicWall, HP und Secure Data Recovery sind Angaben über sich selbst. Bei One Identity berichten IT-Leute über andere Beschäftigte, bei Bitkom Unternehmen über Täter. Die SOUPS-Studie nutzte ein Listenexperiment, das einen Anteil schätzt, ohne dass jemand die eigene Antwort preisgibt.

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Quellen